Sinnvolle Stadtentwicklung ist möglich, auch ohne vollständige Wiederbebauung.
Nicht nachvollziehbar ist für die CDU das Ergebnis eines Treffens des Deutschen Gewerkschaftsbundes in Gießen und des Betriebsrates des Unternehmens Poppe zur Nachnutzung des Produktionsstandorts am Leihgesterner Weg.
Die CDU setze sich weiter dafür ein, dass der historische Poppe-Keller geschützt, erhalten und als Denkmal für die Geschichte und das Schicksal der Stadt zugänglich gemacht werde.
Außerdem sei abschließend noch nicht geklärt, ob keine Zweifel daran bestünden, die Keller unter Denkmalschutz zu stellen oder nicht.
„Diesbezüglich haben wir auch in der nächsten Stadtverordnetensitzung am 23.02.2012 gemäß § 30 GO Nachfragen in den Geschäftsgang gebracht“, so die stellvertretende Fraktionsvorsitzende Dorothé Küster (CDU) in einer Pressemitteilung.
Der Vorschlag eine Gedenktafel aufzustellen, sei hier nicht der richtige Lösungsansatz.Dies sei ein Punkt, der große Emotionen, was in einer der ersten Bürgerversammlungen deutlich geworden sei, hervorrufe. „Wir sind der Auffassung, dass gerade mit Rücksicht auf die Historie diese Keller auf gar keinen Fall überbaut werden dürften. Man möge sich erinnern, dass damals mit nur einer Bombe 100 Menschen zu Tode gekommen sind. Anwohner und Angehörige kann man nicht einfach mit einer kleinen Gedenktafel in irgendeiner Ecke des Geländes abspeisen“, so Küster weiter.
Auch müsse die Argumentation des Betriebsrates, nur mit einer vollständig wiederbebauten Fläche den Verwaltungssitz mit 80 Beschäftigten in Gießen zu halten, sehr genau geprüft werde. Die Argumentation über Wachstumspfade im Einzelhandel und die Monostruktur sei zwar grundsätzlich richtig. „Aber bei einer Mitarbeiterzahl in Gießen von 80 Personen und einem kleinen Verwaltungsgebäude, mit dem Hauptsitz der Firma Poppe in Gelnhausen, könnte man den Eindruck gewinnen, dass der Betriebsrat instrumentalisiert wird“, meldet Küster abschließend Zweifel an.