#PAR­TEI­TAG Nut­zung des Ver­kehrs­raums soll ge­prüft wer­den / CDU-Mit­glie­der be­stä­ti­gen Klaus Pe­ter Möl­ler im Amt des Vor­sit­zen­den

GIES­SEN. Da kommt so­gar An­ge­la Mer­kel nicht mit. Seit 1999 steht Klaus Pe­ter Möl­ler an der Spit­ze der Gie­ße­ner CDU – so­lan­ge, wie nie­mand vor ihm. Seit Diens­tag­abend steht fest: Es wer­den zwei Jah­re da­zu­kom­men. Mit gro­ßer Mehr­heit hat die Uni­on den 51-jäh­ri­gen Land­tags­ab­ge­ord­ne­ten im Amt des Vor­sit­zen­den be­stä­tigt. Von 46 ab­ge­ge­be­nen Stim­men er­hielt er 38; sie­ben CDU-Mit­glie­der vo­tier­ten ge­gen Möl­ler. Ver­tre­ten wer­den ihn wie be­reits in den bei­den ver­gan­ge­nen Jah­ren Christ­ine Wa­ge­ner und Ran­dy Uel­man.
In sei­ner Bi­lanz ei­ner „un­ge­wöhn­li­chen Koa­li­ti­on“ mit SPD und Grü­nen war es Möl­ler wich­tig, ei­ge­ne Er­fol­ge zu prä­sen­tie­ren. Ei­ne sol­che Zu­sam­men­ar­beit kön­ne funk­tio­nie­ren, „wenn man zur Kennt­nis nimmt, dass sich die Zei­ten än­dern“. Es ge­hö­re eben­falls da­zu, „Fle­xi­bi­li­tät an den Tag zu le­gen“, ver­tei­dig­te Möl­ler das Bünd­nis.

Ein Sitz ha­be ge­fehlt für ei­ne Gro­ße Koa­li­ti­on. Im Ge­gen­satz zu ih­ren Kol­le­gen in Ber­lin ha­be die Gie­ße­ner SPD sehr schnell in ei­nen Prag­ma­tis­mus um­ge­schal­tet. Die Zu­sam­men­ar­beit ver­läuft nach den Wor­ten des CDU-Vor­sit­zen­den weit­ge­hend ge­räusch­los: „Ab und zu gibt es ein paar Fra­gen und auch Kab­be­lei­en.“ Wo­bei es mit den So­zi­al­de­mo­kra­ten „na­tür­lich mehr Kon­kur­renz­kampf gibt“. Si­cher sei die SPD nicht froh, „dass wir da­bei sind.“ So kä­men von Ober­bürg­er­meis­te­rin Diet­lind Gra­be-Bolz bei ih­ren Haus­halts­re­den im­mer Sei­ten­hie­be, „über die wir aber hin­wegs­ehen“. Eben­falls stör­te Möl­ler sich da­ran, dass füh­ren­de So­zi­al­de­mo­kra­ten über Stadt­rat Pe­ter Nei­del (CDU) herz­ögen. Dies müs­se nicht sein.

Als Er­folg sei­ner Par­tei ver­buch­te der Christ­de­mo­krat die Ent­wi­cklung der Sied­lung Pe­ters­wei­her. „Wenn wir Re­gie­rungs­ver­ant­wor­tung be­kom­men, bleibt Pe­ters­wei­her Pe­ters­wei­her.“ Die­ses Ver­spre­chen ha­be die CDU ein­ge­löst. Mit Blick auf die Plä­ne für die Phi­lo­so­phi­ka I. und II. sei es der Uni­on ge­lun­gen, dass die Rat­hen­aus­tra­ße ei­ne Stra­ße bleibt. „Es gab tat­säch­lich Über­le­gun­gen, die Stra­ße ab­zu­klem­men“, spiel­te Möl­ler auf Vor­stel­lun­gen von SPD und Grü­nen an. Oh­ne Stadt­rat Pe­ter Nei­del wä­re das nicht ge­lun­gen. „Und das ge­schah nicht zur Freu­de der Koa­li­ti­ons­part­ner.“

Be­zahl­ba­rer Wohn­raum

Möl­ler be­kräf­tig­te die For­de­rung nach be­zahl­ba­rem Wohn­raum. „Wir möch­ten bei je­dem grö­ße­ren Pro­jekt ge­mein­sam mit dem In­ves­tor er­rei­chen, dass zehn Pro­zent an die Wohn­bau ge­hen.“ Be­zo­gen auf das Mo­tor­pool-Ge­län­de, lehn­te der Par­tei­vor­sit­zen­de ei­ne Be­bau­ung aus­schließ­lich mit So­zi­al­woh­nun­gen je­doch ab. Mit­hil­fe ex­ter­nen Sach­ver­stands wol­le man den im­mer knap­per wer­den­den Stra­ßen­raum sinn­voll nut­zen. Die jetzt an­ge­peil­te Sa­nie­rung der Kon­rad-Ade­nau­er-Brü­cke mit vier Spu­ren, Geh- und Rad­we­gen ge­he noch auf den ehe­ma­li­gen CDU-Bau­de­zer­nen­ten Tho­mas Rausch zu­rück.
Wei­ter zeig­te Möl­ler sich op­ti­mis­tisch, dass es im Zu­sam­men­hang mit der Al­ten Post zu ei­ner Lö­sung kommt: „Es gibt In­te­res­sen­ten für die­ses En­sem­ble. Es muss da­für ge­sorgt wer­den, dass es ver­kauft wird.“ Seit die CDU in der Re­gie­rungs­ver­ant­wor­tung sei, kom­me Dy­na­mik in das The­ma. Auch im Hin­blick auf das Gail-Ge­län­de, das ein in­ter­na­tio­nal ope­rie­ren­des Un­ter­neh­men er­wor­ben hat, be­fin­de die Stadt sich auf ei­nem gu­ten Weg. Der In­ves­tor plant an dem Stand­ort ei­nen Lo­gis­tik- und Ge­wer­be­park.

Der vor mehr als 15 Jah­ren ent­wi­ckel­te Slo­gan „Si­cher­heit, Ord­nung, Sau­ber­keit“ sei der be­ste Slo­gan ge­we­sen, „den wir je hat­ten“. Die CDU ha­be sich schon im­mer für Vi­deo­schutz­an­la­gen und den Frei­wil­li­gen Po­li­zei­dienst aus­ge­spro­chen. „Da­mals sind wir da­für be­schimpft wor­den“, er­in­ner­te Möl­ler an die Zeit, als die er­ste Vi­deo­ka­me­ra – be­glei­tet von hef­ti­gem Wi­ders­tand – am Markt­platz in­stal­liert wur­de. „Und heu­te? Die Ka­me­ras und der Frei­wil­li­ge Po­li­zei­dienst sind längst kein The­ma mehr“, so Möl­ler. Für den CDU-Stadt­ver­bands­chef steht fest: „Wir ha­ben viel be­wegt. Auch wenn uns die Ent­schei­dung, in die Koa­li­ti­on mit SPD und Grü­nen ein­zu­tre­ten nicht ganz leicht ge­fal­len ist.“ Aus­drü­cklich lob­te Möl­ler die CDU-ge­führ­te Lan­des­re­gie­rung, von der Gie­ßen enorm pro­fi­tie­re. Das Geld fal­le nicht vom Him­mel, son­dern kom­me vom Land.
(Quelle: Gießener Anzeiger)

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